1QH - Die Loblieder

Vier Blätter mit insgesamt 18 Kolumnen sowie 66 beschriftete Fragmente dieser Schrift wurden 1947 von Sukenik erworben. Über den ursprünglichen Umfang der Rolle gibt es keine Informationen1. Nach Rost sind "zwei Schreiberhände [...] zu unterscheiden"). Weiterhin konnten in Höhle 4 Reste von einer Papyrushandschrift sowie fünf weiteren auf Leder sichergestellt werden.

Aufgrund des Inhaltes wurde der Schrift der Name "Loblieder" bzw. "Danklieder" (hebr.: "Hodajoth") gegeben; der ursprüngliche Name ist unbekannt. Ihren Inhalt stellen in lockerem Parallelismus membrorum gehaltene Lieder dar, deren Abgrenzung nur hypothetisch möglich ist; daher schwanken hier auch die Angaben über deren Anzahl von 32 bis hin zum Doppelten.

Das Manuskript der Hodajoth stellt die persönlichste aller Qumran- Handschriften dar. Ihre Abfassung ist frühestens in der Mitte des 2.Jhd. v.u.Z. anzusetzen. Manche vermuten daher auch den "Lehrer der Gerechtigkeit" (und eventuellen Gründer der Qumran- Gemeinde?) als ihren Verfasser. Rost zieht hingegen aus dem nur teilweise vorhandenen Ich- Stil, in dem die Schrift abgefaßt ist, den Schluß, daß sie eventuell auf mehrere Verfasser, so vielleicht Lehrer und Schüler, zurückzuführen ist.


Fußnoten

1 Rost, Leonard: Einleitung in die alttestamentlichen Apokryphen und Pseudepigraphien einschließlich der großen Qumran- Handschriften. Quelle & Maier, Heidelberg 1979

Erarbeitet und erstellt von Andreas Itzchak Rehberg, 1994