Mayer, Bernhard (Hrsg):
 

Christen und Christliches in Qumran?
 

Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, 1992

ISBN 3-7917-1346-9
268 Seiten, Paperback
vergriffen
 
 
 

Persönliche Bewertung und Kritik:
Für Fortgeschrittene - Empfehlung: sehr gut

In dem Werk sind die Vorträge des Eichstätter Symposions vom 18. - 20. Oktober 1991 veröffentlicht. Hauptgegenstand des Symposions war die Frage nach der Identifizierung des Fragmentes 7Q5, einem sehr kleinen Stückchen einer in griechischer Sprache geschriebenen Rolle. Der Spanier José O'Callaghan hatte die wenigen Buchstaben, die darauf erkennbar sind, einer Stelle aus dem Markus-Evangelium (Kapitel  6, Verse 52-53) zugeordnet. Ein Vorschlag, der unter einigen Wissenschaftlern auf Zustimmung gestoßen ist, den andere aber wiederum rigoros ablehnen. Besonders Carsten Peter Thiede hat diese These jedoch immer wieder verteidigt und neue Argumente gefunden (siehe sein Werk: "Die älteste Evangelienhandschrift?"). Der Theologe und Philosoph Ferdinand Rohrhirsch kommt zu dem Ergebnis, dass weder ein Beweis dafür noch ein Beweis dagegen gefunden werden kann (siehe u.a. "Markus in Qumran?").

Rückseitentext:
Der Quellenwert der Texte von Qumran ist für die Kenntnis des Frühjudentums und des frühen Christentums kaum zu überschaetzen. Ob freilich ein direkter Kontakt der ersten Christen mit der Gemeinde von Qumran angenommen werden kann, ist derzeit sehr umstritten. Sollte sich die These J. O'Callaghans bestätigen, ein in der Höhle 7 von Qumran gefundenes Fragment enthalte Mk 6,52-53, würde diese Annahme mehr als wahrscheinlich. Eine solche Identifizierung hätte auch zur Folge, daß die Entstehung des Markus-Evangeliums früher datiert werden müßte als bisher angenommen wird. Dieser Thematik wird im vorliegenden Band in mehreren Untersuchungen ausführlich und unter neuen Gesichtspunkten nachgegangen. Darüber hinaus stellen sich anerkannte Wissenschaftler der Frage: Christen und Christliches in Qumran? auf breiterer Basis und suchen sie mit Hilfe der Archäologie und möglicherweise einschlägigen Texten aus dem Neuen Testament und aus Qumran zu beantworten.
 

Inhalt:

Vorwort

Camille Focant:
7Q5 = Mk 6,52-53: A Questionable and Questioning Identification?

Stuart R. Pickering:
Paleographical Details of the Qumran Fragment 7Q5

Herbert Hunger:
7Q5:Markus 6,52-53 - oder? Die Meinung des Papyrologen

Carsten Peter Thiede:
Papyrologische Anfragen an 7Q5 im Umfeld antiker Handschriften

Ferdinand Rohrhirsch:
Kleine Fragmente im Lichte des Popperschen Fallibilismusprinzips. Ein Vergleich von 7Q5 und p73 unter dem Aspekt der recto-verso Beschriftung

Wolfgang A. Slaby:
Computer-unterstützte Fragment-Identifizierung

Bargil Pixner:
Archälogische Beobachtungen zum Jerusalemer Essener-Viertel und zur Urgemeinde

Benedikt Schwank:
Gab es zur Zeit der öffentlichen Tätigkeit Jesu Qumran-Essener in Jerusalem?

Eugen Ruckstuhl:
Zur Frage einer Essenergemeinde in Jerusalem und zum Fundort von 7Q5

Rainer Riesner:
Essener und Urkirche in Jerusalem

Otto Betz:
Kontakte zwischen Christen und Essenern

Harald Riesenfeld:
Neues Licht auf die Entstehung der Evangelien. Handschriften vom Toten Meer und andere Indizien

E. Earle Ellis:
Entstehungszeit und Herkunft des Markus-Evangeliums

James H. Charlesworth:
Has the Name "Peter" been found among the Dead Sea Scrolls?

Hans Burgmann (+):
Die Höhle "7" war kein Einzelfall

Anhang: Die Bemühungen gehen weiter

Carsten Peter Thiede:
Bericht über die kriminaltechnische Untersuchung des Fragments 7Q5 in Jerusalem

Abkürzungsverzeichnis
Verfasserregister
Stellenregister
Mitarbeiterverzeichnis
 
 

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